PatientInnen-Netzwerk NRW

Für starke PatientInnen

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Fachtagung: Die Rolle der Patientenvertretung in Ethik-Kommissionen und Klinischen Ethik-Komitees

Welche Rolle Patientenvertreterinnen und Patientenvertreter in Ethikkommissionen und Klinischen Ethik-Komitees spielen, soll auf einer Fachtagung der Koordinierungsstelle für Patientenbeteiligung am 25. November 2016 von 10 Uhr bis 16 Uhr im St. Anna-Hospital, Herne diskutiert werden. Neben theoretischen und praktischen Einblicken in die Arbeit, soll vor allem der Austausch und die Vernetzung untereinander im Vordergrund stehen.

Zunächst wird Dr. Arnd T. May von ethikzentrum.de – Zentrum für angewandte Ethik einen Einstiegsvortrag zur Patientenbeteiligung in Ethikkommissionen und Klinischen Ethik-Komitees halten und die Rolle der Patientenvertretung aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten. Anschließend werden PatientenvertreterInnen über ihre Arbeit in den unterschiedlichen Gremien berichten. Ulf Jacob, Geschäftsführer der Rheuma-Liga NRW, wird die Arbeit in Ethikkommissionen vorstellen und Schwierigkeiten benennen mit den PatientenvertreterInnen dort konfrontiert sind. Klaus Wiedemann, Mitglied im Klinischen Ethik-Komitee der Städtischen Klinischen Köln, berichtet über ethische Entscheidungen im Klinikalltag und Rita Lawrenz, Geschäftsführerin des Arbeitskreises Down Syndrom e.V. erläutert Fragestellung, die in der sogenannten PiD-Ethikkommission diskutiert werden. Am Nachmittag stehen parallele Workshops auf dem Programm, die dem Austausch und der Vernetzung der TeilnehmerInnen dienen sollen.

Den Veranstaltungsflyer finden Sie hier: Fachtagung Ethik-Kommissionen

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Gerechte Gesundheit – Portal zum Thema

Auf gerechte-gesundheit.de geht es um Verteilungsgerechtigkeit und Ressourcenallokation im Gesundheitswesen. Anliegen ist es, Transparenz für Patienten, Versicherte und Bürger herzustellen.

Bislang beschränkt sich die Debatte darüber, welche medizinischen Leistungen angesichts des demografischen Wandels, des medizinisch-technischen Fortschritts und begrenzter finanzieller Mittel künftig noch solidarisch finanzierbar sind, auf Fachkreise. Juristen, Gesundheitsökonomen, Ethiker und andere analysieren das Problem im Rahmen wissenschaftlicher Projekte. Auch die Akteure des Gesundheitswesens beginnen, sich damit auseinander zu setzen. Insbesondere die Ärzteschaft hat eine Debatte über die Priorisierung medizinischer Leistungen wiederholt angemahnt. Doch die von Allokationsentscheidungen betroffene Öffentlichkeit bleibt bislang weitgehend außen vor.

Die Frage, welche Behandlungen künftig möglicherweise Vorrang haben und welche nicht, soll aber nicht unter Ausschluss der Öffentlichkeit geklärt werden. www.gerechte-gesundheit.de

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Weisse Liste informiert ab sofort über zertifizierte KrebszentrenWL_LOGO_h64_rgb_300dpi

Die Weisse Liste informiert von nun an bundesweit über zertifizierte Krebszentren. Dabei arbeiten die Deutsche Krebsgesellschaft und das unabhängige Vergleichsportal zusammen. Patient/-innen erhalten so zusätzliche Orientierung bei der Wahl einer Klinik für ihre Krebserkrankung.

Patient/-innen, die an Krebs erkrankt sind, können ab sofort unter www.weisse-liste.de bundesweit nach Kliniken suchen, die für die Behandlungen von Krebserkrankungen besonders spezialisiert sind. Dazu weist das unabhängige Vergleichsportal Einrichtungen aus, die von der Deutschen Krebsgesellschaft als Zentrum zertifiziert sind.

Kliniken, die das Zertifikat der Deutschen Krebsgesellschaft erhalten, müssen besonders hohe fachliche Anforderungen erfüllen. Zudem zeichnen sich die Zentren dadurch aus, dass verschiedene Abteilungen und niedergelassene Experten vernetzt zusammenarbeiten. Insgesamt sind rund 1.200 Zentren in Deutschland durch die Krebsgesellschaft etwa als „Brustkrebszentrum“, „Darmkrebszentrum“ oder als „Onkologisches Zentrum“ zertifiziert.


Neues Online-Portal in 13 Sprachen

Die Fachkonferenz „Sexuelle Gesundheit von Migrantinnen und Migranten stärken“ des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG), des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) widmete sich dem Thema der sexuellen und reproduktiven Gesundheit von Menschen mit Migrationshintergrund und stellte das neue  multilinguale Onlineangebot www.zanzu.de vor.  Das Portal wurde von der BZgA in Kooperation mit der belgischen Nichtregierungsorganisation Sensoa erarbeitet. Ein nationales und internationales Beratungsgremium, in dem auch die WHO vertreten ist, hat das Projekt begleitet. www.zanzu.de bietet anschauliche Informationen zu sexueller Gesundheit in 13 Sprachen  und erleichtert damit die Kommunikation über sensible Themen.


Gesundheitspreis 2016

In der Ausschreibung des Gesundheitspreises 2016 „Gesundes Land Nordrhein-Westfalen – Innovative Projekte im Gesundheitswesen“ wird das Schwerpunktthema der letztjährigen Entschließung „Selbstbestimmung von Patientinnen und Patienten stärken“ aufgegriffen.

Alle Institutionen und Organisationen aus dem Bereich der Gesundheitsversorgung sind eingeladen, sich mit kreativen Projekten an der diesjährigen Ausschreibung der Landesinitiative „Gesundes Land Nordrhein-Westfalen“ zu beteiligen. Weitere Informationen erhalten Sie unten oder unter www.gesundheitspreis.nrw.de.
Die Ausschreibungsfrist endet am 20. Mai 2016.

Begleitschreiben Ministerin Steffens Gesundheitspreis 2016

Ausschreibung Gesundheitspreis 2016


Neuauflage BAGP-Broschüre Patientenrechte 2016

Die BAGP hat ihre Broschüre über Patientenrechte aktualisiert, sie ist gegen eine Schutzgebühr von 3 EURO zzgl. Versandkosten bei allen Mitgliedern der BAGP und in der Geschäftsstelle der BAGP, Waltherstr. 16a, 80337 München erhältlich.

Bereits 2015 ist die Broschüre der BAGP zum Thema Zahnersatz erschienen.

Auf dieser Internetseite können Sie auch Einblick nehmen in die Broschüren:
http://www.bagp.de/bagp/aktuelles

 


Bisherige UPD ist von privatem Unternehmen übernommen worden

Bis Ende 2015 gab es die „Unabhängige Patientenberatung Deutschland – UPD gGmbH“  mit einem bundesweiten und regionalen Beratungsangebot in 21 Orten, u.a. in Bielefeld, Dortmund und Köln.

Als Gesellschafter der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland hatten sich drei gemeinnützige Partner zusammengeschlossen: der Sozialverband VdK Deutschland e.V., der Verbraucherzentrale Bundesverband e.V.  sowie Verbund unabhängige Patientenberatung e.V.

Bei der letztjährigen Vergabe der Fördermittel gemäß § 65 b Sozialgesetzbuch V haben diese Gesellschafter trotz der guten Arbeit der Beraterinnen und Berater sowie der eingebundenen Träger vor Ort und trotz der hohen Zufriedenheit der Ratsuchenden und der wissenschaftlichen Begleitforschung keinen Zuschlag bekommen. Stattdessen haben der GKV-Spitzenverband und der Patientenbeauftragte der Bundesregierung Laumann den privatwirtschaftlichen Call-Center-Dienstleister Sanvartis GmbH beauftragt, die UPD fortzuführen. Gegen diese Entscheidung und gegen das Vergabeverfahren gab es einen breiten öffentlichen Widerstand (s. hierzu www.fuer-unabhaengige-patientenberatung.de). Letztlich haben gewinnwirtschaftliche über zivilgesellschaftliche Interessen gesiegt.

Weitere Informationen finden Sie auch unter www.v-up.de

Informationen zum Beratungsangebot in NRW finden Sie hier


Gesundheitsversorgung umfassend verbessern:
Selbstbestimmung von Patientinnen und Patienten stärken

Entschließung der 24. Landesgesundheitskonferenz NRW vom 26.11.2015

Neben einer Beschreibung der Ausgangslage und der Schwächen und Stärken werden in der Entschließung folgende Schwerpunkte gesetzt:

  • Selbstbestimmung und Orientierung im Gesundheitswesen verbessern
  • Kommunikation und Wissenstransfer zwischen Patient/innen und allen Beteiligten im Gesundheitswesen fördern
  • Patientenbeteiligung stärken
  • Patientensicherheit verbessern
  • Beschwerdemanagement weiterentwickeln

Das PatientInnen-Netzwerk NRW hat sich bei der Entwicklung der Entschließung intensiv beteiligt. Der Text der Entschließung kann hier eingesehen werden: LGK Entschliessung 2015.pdf


Zusammen weitergehen.

Netzwerktagung für Patientenfürsprecher/-innen 2015

Am 06.10.15 fand in Mülheim die zweite landesweite Netzwerktagung für Patientenfürsprecher/-innen statt. Es ging dabei um Erfahrungsaustausch und Vernetzung.
Eine Krankenhausbehandlung hat meist ernste gesundheitliche Gründe und entzieht Patientinnen und Patienten ihrer gewohnten Lebenswelt. Dies betrifft ältere Patientinnen und Patienten in besonderem Maße und erst recht, wenn Sprachbarrieren oder ein anderes kulturelles Verständnis von Gesundheit oder Erkrankung hinzukommen oder auch Angehörige zur Unterstützung im Behandlungsprozess fehlen. Welche Bedeutung die unterstützende Ansprache und Begleitung insbesondere für ältere Menschen im Krankenhaus und im Anschluss daran haben, war Gegenstand eines Fachvortrags und anschließender Podiumsdiskussion. In den darauf folgenden Workshops wurde Bewährtes aufgegriffen, indem Patientenfürsprecherinnen und Patientenfürsprechern ein praktischer und fallbezogener Austausch ermöglicht und damit ein reflektierter und sicherer Umgang mit Patientinnen und Patienten erleichtert wird. Dazu zählen auch der Austausch praktischer Erfahrungen und Ideen und die Kooperation mit anderen. Eine begleitende Poster-Ausstellung stellte gute Beispiele aus den Krankenhäusern vor. Weitere Informationen finden Sie hier


Patientenbeauftragte aus Bayern, Berlin und Nordrhein-Westfalen

Patientenbeauftragte der Länder Bayern, Berlin und Nordrhein-Westfalen sprechen sich gemeinsam für eine unabhängige und regionale Patientenberatung (UPD) und gegen ein zentrales Callcenter aus

Im Bundesgebiet können sich Patientinnen und Patienten bisher in 21 unabhängigen Beratungsstellen Rat und Hilfe vor Ort holen.

Sie werden von einem Verbund aus anerkannten Patientenverbänden der gemeinnützigen „Unabhängige Patientenberatung gGmbH“ (UPD) getragen und von den Gesetzlichen Krankenkassen finanziert. Der GKV-Spitzenverband könnte zum Jahresende 2015 den Trägerverbund austauschen und durch eine Firma ersetzen, die vor allem Callcenter für Krankenkassen betreibt. Es besteht damit die Gefahr des Verlusts der örtlichen Beratungsstellen.

In drei Bundesländern gibt es Patientenbeauftragte: Hermann Imhof in Bayern, Karin Stötzner in Berlin und Dirk Meyer in Nordrhein-Westfalen. Sie sind sich einig, dass eine Umwandlung der Beratungsstellen der Unabhängigen Patientenberatung in ein zentrales Callcenter entschieden abzulehnen ist. Sie wenden sich gemeinsam an ihren Kollegen auf Bundesebene, den Patientenbeauftragten und Staatsekretär Karl-Josef Laumann, sich im Interesse der Patientinnen und Patienten für eine andere Lösung stark zu machen.

Patientinnen und Patienten brauchen nicht nur Informationen, sondern auch die Möglichkeit, ihre Anliegen mit all den Unterlagen eines Vorgangs persönlich besprechen zu können. Patientenberatung ist Vertrauenssache. Es besteht jedoch die Sorge, dass die Nähe von künftigem Dienstleister und Krankenkasse zu Interessenkonflikten führen könnte und die bestehende Unabhängigkeit gefährdet ist.

Seit 10 Jahren wurde ein professionelles Team an Beraterinnen und Beratern qualifiziert, Wissen angesammelt und dokumentiert, ein transparentes Auswertungsverfahren der Beratung entwickelt und auf sehr hohem Niveau Qualitätssicherung betrieben. Diese Kompetenz mit dem Hinweis auf Kosteneffizienz aufzugeben und Patienten mit einer telefonischen Information – in wahrsten Sinne des Wortes – allein zu lassen, ist völlig unverständlich.

Stichwort Unabhängige Patientenberatung

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie auf der Seite http://www.fuer-unabhaengige-patientenberatung.de


10 Jahre Patientenbeteiligung in NRW

PatientInnen-Netzwerk blickt auf 10 Jahre Patientenbeteiligung in NRW zurück

Dortmund, 05.11.2014. Formal sind die Möglichkeiten der Patientenbeteiligung in den vergangenen Jahren gewachsen, in der Praxis hakt es jedoch noch, so die Bilanz des PatientInnen-Netzwerkes Nordrhein-Westfalen. „Die rechtlichen Grundlagen sind geschaffen. Nun ist die Landespolitik gefragt, die Voraussetzungen für eine wirksame Umsetzung zu schaffen“, zog Günter Hölling, Sprecher des PatientInnen-Netzwerkes NRW, anlässlich der Fachtagung „10 Jahre Patientenbeteiligung in NRW“ Bilanz. Unterstützt wurde die Tagung des PatientInnen-Netzwerkes vom Sozialverband VdK NRW und dem Paritätischen NRW.

„Wir müssen die Patientinnen und Patienten als Experten in eigener Sache ernst nehmen und ihnen echte Beteiligung ermöglichen“, fordert Hölling. Damit die Erfahrungen und Interessen der Betroffenen im Gesundheitssystem Eingang finden, bedarf es einer angemessenen finanziellen und personellen Ausstattung. An dieser Stelle ist das Land NRW gefordert. Denn Patientenvertreter/-innen agieren ehrenamtlich, sie brauchen einheitliche Unterstützungsstrukturen, regelmäßige Schulungsangebote und Raum zur Vernetzung. Gute Patientenbeteiligung benötigt zudem transparente Strukturen, die zeigen, wer an welchen Stellen im Gesundheitssystem aktiv ist.

Seit Patientenbeteiligung 2004 mit dem Gesetz zur Modernisierung der gesetzlichen Krankenversicherung erstmals gesetzlich geregelt wurde, sind auch in NRW die Beteiligungsmöglichkeiten gewachsen. Beispiele sind Patientenfürsprecher/-innen in den Krankenhäusern, kommunale Gesundheitskonferenzen oder Patientenbeiräte der Kassenärztlichen Vereinigungen. „Die Grundlagen sind da – nun gilt es, sie auch für die Patientenvertreter/-innen in NRW nutzbar zu machen“, appelliert Hölling an die Landespolitik. „Wir müssen die Expertise der Betroffenen nutzen: Patientenbeteiligung in NRW darf kein Papiertiger bleiben!“

Arbeitsausschuss des PatientInnen-Netzwerks mit Dirk Meyer

Arbeitsausschuss des PatientInnen-Netzwerks mit dem Patientenbeauftragten Dirk Meyer

 

Grusswort Barbara Steffens
Grusswort Dirk Meyer
Vortrag Dr. Rainer Hess

 

Seit 10 Jahren gibt es in NRW eine gesetzliche Verankerung der Patientenbeteiligung in verschiedenen Gremien auf kommunaler, Landes- und Bundesebene.

Das PatientInnen-Netzwerk NRW hat dieses Jubiläum zum Anlass genommen, eine Fachveranstaltung „10 Jahre Patientenbeteiligung in NRW“ am 05. November 2014 in Dortmund durchzuführen.

Auf dieser Veranstaltung wurde eine Zwischenbilanz zur Einführung der Patientenbeteiligung gezogen:

  • Welche Möglichkeiten der Patientenbeteiligung gibt es inzwischen?
  • Welche Erfahrungen machen die Vertreterinnen und Vertreter in und mit der Beteiligung?
  • Wo funktioniert Beteiligung und wo gibt es Verbesserungsbedarf?
  • Wie kann perspektivisch Patientenbeteiligung so unterstützt und weiter entwickelt werden, dass wir zu einer wirklich guten und effektiven Beteiligung kommen?

Herr Dr. Rainer Hess hielt eine Impulsvortrag als ehemaliger unparteiischer Vorsitzender des G-BA und mit Erfahrungen der Licht- und Schattenseiten von Patientenbeteiligung.
Das PatientInnen-Netzwerk stellte auf der Veranstaltung außerdem ein Positionspapier zu „Qualitätsmerkmalen einer guten Patientenbeteiligung“ vor.
Programm „10 Jahre Patientenbeteiligung in NRW“ 05.11.14