Wer wir sind und was wir wollen
Im PatientInnen-Netzwerk Nordrhein-Westfalen arbeiten zahlreiche bürgerschaftlich organisierte und von Kostenträger und Leistungserbringern unabhängige Gruppen und Initiativen zusammen, die Patientinnen und Patienten beraten und unterstützen.
Das PatientInnen-Netzwerk NRW will
- den Austausch unter den vielfältigen Initiativen der Interessenvertretung von Patientinnen und Patienten im Gesundheitswesen in NRW fördern
- die Anliegen und die Arbeit derer unterstützen, die sich hier engagieren
- die unterschiedlichen Aktivitäten vernetzen und zu einer produktiven Zusammenarbeit führen sowie
- eine gemeinsame Lobyarbeit für Patientinnen und Patienten fördern.
Grundsätzliche Überlegungen
In Nordrhein-Westfalen arbeiten viele Gruppen und Initiativen in der Vertretung der Interessen von Patientinnen und Patienten im Gesundheitswesen. Einige von ihnen tauschen sich seit über zwei Jahren im PatientInnen-Netzwerk Nordrhein-Westfalen aus. Die Mitglieder dieses Netzwerks laden alle in der PatientInnen-Arbeit engagierten Gruppen und Initiativen zur Mitarbeit ein. Folgende Zielsetzungen und Vereinbarungen liegen der Arbeit im PatientInnen-Netzwerk zugrunde:
Ziele des Netzwerks
Ziel des PatientInnen-Netzwerks Nordrhein-Westfalen ist es, die Interessen von Patientinnen und Patienten im Gesundheitswesen unseres Landes besser zur Geltung zu bringen. Die Zusammenarbeit im Netzwerk soll die kooperierenden Gruppen und Initiativen unterstützen, die Rolle und Perspektive der Nutzerinnen und Nutzer im Gesundheitswesen zu stärken.
Dazu soll das PatientInnen-Netzwerk Nordrhein-Westfalen
- die vielfältigen Initiativen der Interessenvertretung von Patientinnen und Patienten im Gesundheitswesen unseres Landes in Kontakt bringen,
- die Anliegen derer unterstützen, die sich hier engagieren,
- die unterschiedlichen Aktivitäten vernetzen und zu einer produktiven Zusammenarbeit führen sowie
- die gemeinsame Interessenvertretung nach außen fördern.
Vielfalt der PatientInnen-Arbeit
Bis heute gibt es den umfassend legitimierten Patientenvertreter nicht. Eine Vertretung der Interessen der Patientinnen und Patienten geschieht vielmehr an unterschiedlichen Stellen im Gesundheits-wesen:
- Patientinnen und Patienten organisieren sich selbst, z.B. in den Notgemeinschaften, Patienten-Vereinigungen oder Frauengesundheitsinitiativen;
- kritische Professionelle, Gesundheits- läden und Verbraucherorganisationen setzen sich für die Interessen von Patientinnen und Patienten ein;
- Selbsthilfegruppen und -organisationen unterstützen ihre Mitglieder, selbstbewußt mit dem professionellen Gesundheitssystem umzugehen;
- und allmählich wirken Vertreterinnen und Vertreter der Patientinnen und Patienten auch in politischen Gremien mit, wie z.B. den Kommunalen Gesund- heitskonferenzen in Nordrhein-Westfalen.
Partnerinnen und Partner
Außerdem gibt es Ärztinnen und Ärzte, Pflegekräfte und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Arztpraxen und Krankenhäusern, in Kommunalverwaltungen, Landesministerien und Krankenkassen sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Forschungseinrichtungen und an Universitäten, die die Belange von Patientinnen und Patienten unterstützen. Sie sind Partnerinnen und Partner in dem Bemühen, Patienteninteressen stärker zur Geltung zu bringen.
Diese Vielfalt läßt sich nicht einfach in einer einzigen Organisation zusammenfassen oder durch eine einzige Organisation vertreten: Das Netzwerk will vielmehr die bestehende Vielfalt nutzen, die unter- schiedlichen Aktivitäten im Interesse der Patientinnen und Patienten sichtbar werden lassen, sie miteinander vernetzen und in gemeinsame Informations- und Arbeitszusammenhänge bringen.
Daher soll das PatientInnen-Netzwerk der eigenständigen und gleichberechtigten Zu-sammenarbeit der in der Patientenarbeit in Nordrhein-Westfalen engagierten Gruppen und Initiativen dienen, Patienten- interessen bündeln und den Dialog zwischen Anbietern und Patientinnen und Patienten fördern.
Grundlage der inhaltlichen Diskussion
Die in der Patientenarbeit engagierten Gruppen und Initiativen haben Forderungen zur Patienten- orientierung im Gesundheitswesen entwickelt. Dazu gehören
- die Weiterentwicklung der Rechte der Patientinnen und Patienten im Umgang mit den Anbietern (vgl. den Vorschlag der BAG Patientenstellen zu einem Patientenschutzgesetz und die Diskussion der Gesundheitsministerkonferenz zur Patientencharta);
- die verbesserte Qualität und Transparenz von Diagnose und Therapie (vgl. die Entschließungen der 7. Landesgesundheitskonferenz NRW zur Bürgerorientierung im Gesundheitswesen);
- die Gleichberechtigung in der diagnostischen und therapeutischen Situation;
- die Mitwirkung in und die Mitgestaltung von Versorgungs- und Entscheidungsstrukturen im Gesundheitswesen.
Diese Forderungen sollen Grundlagen einer weiteren inhaltlichen und programmatischen Verständigung im PatientInnen-Netzwerk sein.
Die Zusammenarbeit im Netzwerk
Für die Zusammenarbeit im PatientInnen-Netzwerk schlagen wir folgendes vor:
- Dem PatientInnen-Netzwerk können Gruppen, Organisationen und Institutionen angehören, die sich der Vertretung von Patienteninteressen im Gesundheitswesen widmen. In ihren Aufgaben- stellungen und Aktivitäten muß erkennbar werden, dass sie sich in erster Linie für die Belange von Patientinnen und Patienten einsetzen.
- Wir laden Leistungsanbieter und Kostenträger als Organisationen oder Institutionen ein, den Dialog mit dem PatientInnen-Netzwerk zu führen und sich mit den Anliegen der Patientinnen und Patienten im Gesundheitswesen in Nordrhein-Westfalen in konstruktiver Weise auseinanderzusetzen. Eine unmittelbare Mitarbeit der Leistungsanbieter und Kostenträger halten wir nicht für sinnvoll. Dies schließt jedoch nicht aus, daß einzelne Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im PatientInnen-Netzwerk mitwirken, wenn sie sich den Anliegen und der Sicht- weise der Patientinnen und Patienten verpflichtet fühlen und den Dialog mit der Nachfrageseite im Gesundheitswesen suchen.
- Als Netzwerk von Gruppen, Organisationen und Institutionen pflegen wir unseren Austausch und die gemeinsame Interessenvertretung in gegenseitiger Rücksichtnahme. Soweit es Auffassungsunterschiede in den Wegen der Interessenvertretung der Patientinnen und Patienten gibt, wollen wir diese innerhalb des Netzwerks diskutieren. Um eine konstruktive Zusammenarbeit zu ermöglichen, wollen wir formale Abstimmungen vermeiden und vielmehr die Diskussion suchen.
- Wir wollen keine formale Mitgliedschaft für das Netzwerk. Gruppen, Organisationen und Institutionen, die im PatientInnen-Netzwerk Nordrhein-Westfalen mitarbeiten wollen, erklären, dass sie diese Grundlagen anerkennen und unterstützen. Ein gemeinsamer Arbeitsausschuß verständigt sich über die weiteren Arbeitsgrundlagen des Netzwerks.
Wir wünschen uns eine rege Diskussion und die vielfältige Bereitschaft, am PatientInnen-Netzwerk Nordrhein-Westfalen mitzuwirken.
Der Arbeitsausschuss des PatientInnen-Netzwerks stellt sich vor:
Sprecher/in:
- Manuela Anacker (VdK NRW)
- Günter Hölling (Gesundheitsladen Bielefeld)
Beteiligte:
- Gregor Bornes (Gesundheitsladen Köln)
- Heike Trapphoff (Selbsthilfekontaktstelle Rhein-Sieg-Kreis)
- Rita Januschewski (Gesundheitsselbsthilfe NRW)
- Bernd Janota (Gesundheitsselbsthilfe NRW)
- Peter Zimmermann (Modell Herdecke Plus AG)
- Klaus Bremen (Paritätischer NRW)
Koordination:
- Susanne Angerhausen (GSP - Gemeinnützige Gesellschaft für soziale Projekte mbH)