{"id":419,"date":"2009-09-30T12:11:20","date_gmt":"2009-09-30T10:11:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.patientennetz.net\/patientennetz_0509\/wordpress\/?page_id=419"},"modified":"2025-02-24T22:25:57","modified_gmt":"2025-02-24T21:25:57","slug":"fruherkennung","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.patientennetz.net\/?page_id=419","title":{"rendered":"Fr\u00fcherkennung"},"content":{"rendered":"<h3>Fr\u00fcherkennungs-Untersuchungen<\/h3>\n<p>Heutzutage werden immer mehr Fr\u00fcherkennungsuntersuchungen angeboten. Fr\u00fcherkennungsuntersuchungen richten sich an Menschen, die sich nicht krank f\u00fchlen. Sie haben das Ziel, Krankheiten in einem fr\u00fchen Stadium zu entdecken, in dem sie noch keine Beschwerden verursachen. Eine fr\u00fchzeitige Behandlung ist sinnvoll, wenn sie zu besseren Ergebnissen f\u00fchrt als eine sp\u00e4ter einsetzende Behandlung. Fr\u00fcherkennungsuntersuchungen werden in der Fachsprache h\u00e4ufig als &#8222;Screening&#8220; bezeichnet (aus dem Englischen: Screening = Durchsiebung).<\/p>\n<p>Einige gelten als sinnvoll, andere sind umstritten. Es gibt Fr\u00fcherkennungsuntersuchungen f\u00fcr die unterschiedlichsten Erkrankungen. Jede Untersuchung sollte daraufhin gepr\u00fcft werden, welchen Nutzen und Schaden sie bringen kann. Wie bei fast allen medizinischen Ma\u00dfnahmen gilt es, die m\u00f6glichen Vor- und Nachteile abzuw\u00e4gen, bevor man sich selbst f\u00fcr oder gegen eine Teilnahme entscheidet.<\/p>\n<h3>Welche Fr\u00fcherkennungs-Untersuchungen bei Erwachsenen bezahlen die gesetzlichen Krankenkassen<\/h3>\n<ul>\n<li>Hautkrebs-Screening: Dabei wird die Haut unter einer hellen Lampe untersucht. Bei einem Verdacht schickt der Arzt Gewebeproben an ein Labor. Das Screening k\u00f6nnen M\u00e4nner und Frauen ab 35 alle zwei Jahre in Anspruch nehmen.<\/li>\n<li>Test auf Blut im Stuhl: Hier geben Patienten drei Tage hintereinander Stuhlproben beim Arzt ab. Ziel ist es, bei der Untersuchung Blut zu finden, das mit blo\u00dfem Auge nicht zu erkennen ist. Es kann ein Hinweis auf eine b\u00f6sartige Ver\u00e4nderung der Darmschleimhaut sein. Zus\u00e4tzlich ertastet der Arzt den Enddarm. Die Untersuchung k\u00f6nnen M\u00e4nner und Frauen zwischen 50 und 55 Jahren einmal im Jahr machen lassen.<\/li>\n<li>Darmspiegelung: Dabei wird der Dickdarm mit einem d\u00fcnnen Schlauch samt Kamera untersucht. Wucherungen, die Krebsvorstufen sein k\u00f6nnen, kann der Arzt bereits w\u00e4hrend der Spiegelung entfernen. Die Kontrolle steht M\u00e4nnern und Frauen ab 55 Jahren zweimal zu &#8211; im Abstand von mindestens zehn Jahren.<\/li>\n<li>Prostata-Untersuchung: Dabei ertastet der Arzt bei M\u00e4nnern die Prostata vom Enddarm aus. Auch das \u00e4u\u00dfere Genital und die umliegenden Lymphknoten werden abgetastet. Die Untersuchung k\u00f6nnen M\u00e4nner ab 45 Jahren einmal im Jahr vornehmen lassen.<\/li>\n<li>Untersuchung auf Geb\u00e4rmutterhalskrebs: Dabei werden bei Frauen das \u00e4u\u00dfere Genital, Geb\u00e4rmuttermund und Geb\u00e4rmutterhals betrachtet. Zellabstriche werden im Labor auf Krebszellen untersucht. Die Untersuchung k\u00f6nnen Frauen ab 20 Jahre jedes Jahr machen lassen.<\/li>\n<li>Tastuntersuchung der Brust: Dabei ertasten Frauen\u00e4rzte beide Br\u00fcste und die umliegenden Lymphknoten und betrachten die Haut. Frauen steht diese Untersuchung ab 30 Jahren einmal pro Jahr zu<\/li>\n<li>Mammografie-Screening: Bei der R\u00f6ntgenuntersuchung der Brust erkennen \u00c4rzte bereits kleinste Gewebe\u00e4nderungen, die ein Hinweis auf Krebs sein k\u00f6nnen. Zu dieser Untersuchung werden alle Frauen von 50 bis 70 Jahren alle zwei Jahre per Brief eingeladen.<\/li>\n<li>Gesundheits-Check-Up f\u00fcr M\u00e4nner und Frauen ab 35 Jahren mit Schwerpunkt Fr\u00fcherkennung von Herz-Kreislauf und Nierenerkrankungen sowie von Diabetes: Anamnese, k\u00f6rperliche Untersuchung, \u00dcberpr\u00fcfung von Blut- und Urin-Werten, Beratungsgespr\u00e4ch. Der Gesundheits-Check-Up kann alle zwei Jahre in Anspruch genommen werden.<\/li>\n<li>Chlamydien-Screening: J\u00e4hrliche Untersuchung auf genitale Chlamydia trachomatis-Infektionen bei Frauen bis zu 25 Jahren, die sexuell aktiv sind.<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Fr\u00fcherkennungs-Untersuchungen sind sinnvoll &#8211; aber nicht immer<\/h3>\n<p>Nicht alle Fr\u00fcherkennungsuntersuchungen verbessern die Gesundheit. Sie k\u00f6nnen auch nutzlos sein oder gar schaden. Darauf weist das Institut f\u00fcr Qualit\u00e4t und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hin. Es lohnt sich also, die Vor- und Nachteile von Fr\u00fcherkennungsuntersuchungen abzuw\u00e4gen, bevor man sich f\u00fcr oder gegen eine Teilnahme entscheidet.<\/p>\n<h4><strong>M\u00f6glichkeiten der Fr\u00fcherkennung werden oft \u00fcbersch\u00e4tzt<\/strong><\/h4>\n<p>Krankheiten fr\u00fch zu erkennen ist erst sinnvoll, wenn sie dadurch besser behandelt werden k\u00f6nnen. Doch das ist nicht immer der Fall: Vorsorgeuntersuchungen versprechen das Vermeiden von Erkrankungen oder die Sicherheit auf Heilung und wecken dadurch Hoffnungen. Dieses Versprechen wird aber nicht immer eingel\u00f6st.<\/p>\n<p><strong>Fr\u00fcherkennung kann in falscher Sicherheit wiegen<\/strong><\/p>\n<p>An einer Fr\u00fcherkennungsuntersuchung teilzunehmen, kann sinnvoll sein, wenn die Wahrscheinlichkeit f\u00fcr eine Erkrankung ab einem bestimmten Alter hoch ist und es eine zuverl\u00e4ssige Untersuchungsmethode sowie wirksame Behandlungen gibt. In Deutschland wird beispielsweise allen Schwangeren ein HIV-Test angeboten. Denn wenn eine werdende Mutter von ihrer Infektion wei\u00df und entsprechende Ma\u00dfnahmen in Anspruch nimmt, kann eine \u00dcbertragung auf das Baby in den allermeisten F\u00e4llen verhindert werden.<\/p>\n<p>Doch kein Test und keine Untersuchung ist perfekt: Einerseits kann irrt\u00fcmlich etwas Verd\u00e4chtiges festgestellt werden, obwohl in Wirklichkeit gar keine Erkrankung vorliegt. Andererseits k\u00f6nnen trotz Test und Untersuchungen Erkrankung \u00fcbersehen werden. Deshalb ist es wichtig, Beschwerden ernst zu nehmen und \u00e4rztlich abkl\u00e4ren zu lassen, auch wenn bei der letzten Fr\u00fcherkennungsuntersuchung alles in Ordnung schien.<\/p>\n<p><strong>Mehr ist nicht immer besser<\/strong><\/p>\n<p>Eine Krankheit durch eine Untersuchung fr\u00fch zu entdecken, ist nicht automatisch von Vorteil. Wenn eine fr\u00fchere Diagnose und Behandlung nicht zu besseren gesundheitlichen Ergebnissen f\u00fchrt, verl\u00e4ngert sich nur die Zeit, in der jemand in Sorge lebt und behandelt wird &#8211; ohne davon zu profitieren.\u00a0 Patientinnen und Patienten haben immer auch ein Recht auf Nichtwissen, vor allem dann, wenn sich aus dem Wissen kein gesundheitlicher Nutzen ergibt. Das gilt beispielsweise f\u00fcr genetische Tests auf Erkrankungen, f\u00fcr die es noch gar keine wirksame Behandlung gibt.<\/p>\n<h3><strong>Hingehen oder nicht? N\u00fctzliche Hilfen bei der Entscheidung<\/strong><\/h3>\n<p><strong>Informationen auf gesundheitsinformation.de, dem Gesundheitsportal des IQWiG<\/strong><\/p>\n<p>Das IQWiG hat jetzt auf seiner Website Gesundheitsinformation.de allgemeine Informationen zu den Prinzipien der Fr\u00fcherkennung ver\u00f6ffentlicht, die bei der Entscheidung f\u00fcr oder gegen eine Teilnahme helfen k\u00f6nnen. Au\u00dferdem gibt es hier einen \u00dcberblick \u00fcber Fr\u00fcherkennungsuntersuchungen, die von der gesetzlichen Krankenversicherung \u00fcbernommen werden.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.gesundheitsinformation.de\/a-bis-z-auswahl.2006.de.html?filter*cats*0=6&amp;filter*tag=Fr%C3%BCherkennung&amp;filter*type=all\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Was Sie \u00fcber Fr\u00fcherkennungsuntersuchungen wissen sollten<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.gesundheitsinformation.de\/welche-frueherkennungsuntersuchungen-werden-von.2272.de.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Fr\u00fcherkennung: Welche Untersuchungen werden von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt?<\/a><\/p>\n<p>Auch auf der Seite des <a href=\"https:\/\/www.g-ba.de\/institution\/themenschwerpunkte\/frueherkennung\/ueberblick\/\">Gemeinsamen Bundesausschusses <\/a>(G-BA) gibt es eine Zusammenstellung der Fr\u00fcherkennungsuntersuchungen, die zulasten der GKV angeboten werden.<\/p>\n<h3><strong>Beratung<\/strong><\/h3>\n<p>Wenn Sie Fragen zu bestimmten Fr\u00fcherkennungsuntersuchungen haben oder Entscheidungshilfe bei der Frage ben\u00f6tigen, ob Sie an einer Fr\u00fcherkennungsuntersuchung teilnehmen sollen oder nicht, k\u00f6nnen Sie sich unabh\u00e4ngig beraten lassen.<\/p>\n<p>Unabh\u00e4ngige Patientenstellen in NRW:<\/p>\n<p><strong>Patientenstelle Bielefeld<\/strong><br \/>\nEmail-Adresse: <a href=\"mailto:bielefeld@patientenstellen.de\">bielefeld@patientenstellen.de<\/a><br \/>\nTelefon: 0521 \/ 13 35 61<\/p>\n<p><strong>Patientenstelle K\u00f6ln<\/strong><br \/>\nEmail-Adresse: <a href=\"mailto:koeln@patientenstellen.de\">koeln@patientenstellen.de<\/a><br \/>\nTelefon: 0221 \/ 32 87 24<\/p>\n<p>Bei Fragen zu krebsbezogenen Fr\u00fcherkennungsuntersuchungen k\u00f6nnen Sie sich an eine der <strong>Krebsberatungsstellen<\/strong> in NRW wenden. Die Kontaktdaten einer Krebsberatungsstellen in Ihrer N\u00e4he finden Sie <a href=\"https:\/\/www.krebsinformationsdienst.de\/service\/adressen\/krebsberatungsstellen.php\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hier<\/a>.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.g-ba.de\/institution\/themenschwerpunkte\/frueherkennung\/ueberblick\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00a0<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fr\u00fcherkennungs-Untersuchungen Heutzutage werden immer mehr Fr\u00fcherkennungsuntersuchungen angeboten. Fr\u00fcherkennungsuntersuchungen richten sich an Menschen, die sich nicht krank f\u00fchlen. Sie haben das Ziel, Krankheiten in einem fr\u00fchen Stadium zu entdecken, in dem sie noch keine Beschwerden verursachen. Eine fr\u00fchzeitige Behandlung ist sinnvoll, wenn sie zu besseren Ergebnissen f\u00fchrt als eine sp\u00e4ter einsetzende Behandlung. 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