{"id":1662,"date":"2017-08-14T11:44:56","date_gmt":"2017-08-14T09:44:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.patientennetz.net\/?p=1662"},"modified":"2017-08-14T11:54:02","modified_gmt":"2017-08-14T09:54:02","slug":"viele-gesundheits-apps-informieren-unzureichend","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.patientennetz.net\/?p=1662","title":{"rendered":"Viele Gesundheits-Apps informieren unzureichend"},"content":{"rendered":"<article><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-1664\" src=\"http:\/\/www.patientennetz.net\/wp-content\/uploads\/Verbraucherzentrale-NRW-300x25.gif\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"25\" \/>Wie hilfreich sind Apps gegen R\u00fccken- und Rheumaleiden? Zu erkennen ist das f\u00fcr Laien kaum, wie eine Stichprobe der Verbraucherzentrale NRW ergab.<\/p>\n<div class=\"text\">\n<p><strong>Das Wichtigste in K\u00fcrze<\/strong><\/p>\n<ul class=\"bullet\">\n<li>Im Dschungel der App-Stores k\u00f6nnen Nutzer kaum vorab herausfinden, ob eine Gesundheits-App wirklich f\u00fcr sie geeignet ist.<\/li>\n<li>Fehlende Hinweise auf Arztbesuche und wissenschaftliche Erkenntnisse k\u00f6nnen mehr Schaden als Nutzen verursachen.<\/li>\n<li>Verlassen Sie sich bei Schmerzen nicht allein auf Apps: Sie k\u00f6nnen keinen Gang zum Arzt ersetzen!<\/li>\n<\/ul>\n<div class=\"subt img \"><!--more-->Es gibt eine Reihe von Apps, die Tipps geben und \u00dcbungen zeigen, um R\u00fccken- und Gelenkschmerzen zu lindern. Doch vielfach haben Schmerzpatienten anhand der Beschreibungen in den App-Stores keine Chance, geeignete von untauglichen oder gar gesundheitssch\u00e4dlichen Programmen zu unterscheiden. Zu d\u00fcrftig sind meist die Hinweise zu Zweck, Nutzen und den Grenzen einer Anwendung. Die medizinischen Belege f\u00fcr Infos, Ratschl\u00e4ge und Empfehlungen sind h\u00e4ufig d\u00fcnn. Zu dieser Einsch\u00e4tzung kommt die VBZ NRW nach dem Vergleich von 17 kostenlosen Gesundheits-Apps im Google Play Store. Dabei k\u00f6nnen Gesundheits-Apps bei der Anwendung mehr sch\u00e4digen als n\u00fctzen, wenn sie keinen verl\u00e4sslichen und medizinisch fundierten Standard nachweisen.<\/div>\n<p>Die VBZ NRW hat 17 Gesundheits-Apps von App-Anbietern, Pharmaunternehmen, Agenturen f\u00fcr Pharmakommunikation, einem Arzt, einer Selbsthilfeorganisation und sonstigen Firmen angesehen. In erster Linie bieten sie Bewegungs\u00fcbungen oder das F\u00fchren eines Beschwerde- und Behandlungstagebuchs. Im Fokus standen drei Fragen, die f\u00fcr ein seri\u00f6ses und hilfreiches virtuelles Angebot unabdingbar sind:<\/p>\n<ol>\n<li>K\u00f6nnen Verbraucher vor der Anwendung erkennen, ob die App f\u00fcr sie geeignet ist?<\/li>\n<li>Wenn die App explizit Personen mit Beschwerden anspricht, empfiehlt sie vor der Anwendung zwingend einen Arztbesuch?<\/li>\n<li>Erbringen Apps f\u00fcr Patienten einen nachvollziehbaren Nachweis ihrer medizinischen Qualifikation?<\/li>\n<\/ol>\n<h4>F\u00fcr wen ist die App?<\/h4>\n<p>Im Ergebnis lassen vier Apps gar keine Zielgruppenansprache erkennen, zwei weitere richten sich allgemein an Personen, die Schmerzen vorbeugen wollen. Elf Apps sprechen Schmerzpatienten an, f\u00fcnf davon wenden sich konkret an Patienten mit einer spezifischen Diagnose \u2013 zum Beispiel Arthrose oder Rheuma. Und sechs Apps richten ihre Infos generell an Menschen mit R\u00fccken- und Gelenkschmerzen.<\/p>\n<h4>Wird auf Arztbesuch hingewiesen?<\/h4>\n<p>Nach Auffassung der VBZ NRW m\u00fcssen App-Anbieter zwingend darauf hinweisen, dass bei gesundheitlichen Problemen vorab ein Arzt hinzugezogen werden sollte und die fachlichen Quellen nennen, auf deren Grundlage die App entwickelt wurde. Denn bei schon vorhandenen Schmerzen droht das Risiko, dass \u00dcbungen oder Messungen mehr schaden als n\u00fctzen k\u00f6nnen. Diese Mindestkriterien erf\u00fcllen jedoch gerade mal vier der elf Apps. Ebenfalls vier Apps fallen durchs Raster, weil der Hinweis auf den Arzt fehlt. Von den restlichen sieben Apps patzen drei, weil sie keine Informationsquelle nennen. Auch bei den Apps, die die Kriterien formal erf\u00fcllen, ist die Umsetzung sehr heterogen. Meistens wird lediglich eine Institution benannt statt fundierte, wissenschaftliche Nachweise zu liefern. Beispielsweise nennt eine App als Referenz ein Physiotherapiecenter, eine andere eine Universit\u00e4t. Einmal wird ein Arzt namentlich angegeben, in einem Fall eine Trainerin.<\/p>\n<h4>Sind die Infos medizinisch qualifiziert?<\/h4>\n<p>Ganz gleich, ob beim Arztbesuch oder der Anwendung einer einschl\u00e4gigen Gesundheits-App: Patienten sind auf verl\u00e4ssliche Informationen und Hilfe zur Kl\u00e4rung von Symptomen und Behandlung von Krankheiten angewiesen. Deshalb sollte gesetzlich verankert werden, dass entsprechende Auskunftspflichten der Anbieter bereits in der Produktbeschreibung im jeweiligen App-Store sowie in der App enthalten sind. Den Patienten sollten vor dem Gebrauch alle relevanten Informationen zug\u00e4nglich gemacht werden. Das ist bislang noch keine g\u00e4ngige Praxis. W\u00e4hrend der Markt der mobilen Gesundheits-Apps rasant und ungehindert w\u00e4chst, gibt&#8217;s nur eine Handvoll Apps, die bislang offiziell hinsichtlich ihres medizinischen Gehalts und Nutzens zertifiziert worden sind. Eine qualitative Kennzeichnung von medizinischen Gesundheits-Apps ist eine notwendige Voraussetzung f\u00fcr Anwender, um n\u00fctzliche Apps zu erkennen. Eine fundierte und unabh\u00e4ngige Zertifizierung ist au\u00dferdem wichtig, damit anerkannte Apps in die Regelversorgung \u00fcbernommen, vom Arzt verordnet und von der Krankenkasse bezahlt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Stand: 13.07.2017<\/p>\n<\/div>\n<\/article>\n<p><!--more--><\/p>\n<nav>\n<div class=\"navi_unten\">\n<nav>\n<h4>Mehr zum Thema<\/h4>\n<p><a href=\"http:\/\/www.patientennetz.net\/wp-content\/uploads\/Stichprobe_-Produktinformationen-kostenloser-Gesundheits-Apps-zum-gesundheitlichen-Nutzen.pdf\">Stichprobe_ Produktinformationen kostenloser Gesundheits-Apps zum gesundheitlichen Nutzen<\/a><\/p>\n<\/nav>\n<\/div>\n<\/nav>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie hilfreich sind Apps gegen R\u00fccken- und Rheumaleiden? Zu erkennen ist das f\u00fcr Laien kaum, wie eine Stichprobe der Verbraucherzentrale NRW ergab. 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