Medikamente
Medikamente können Leben retten und Leiden lindern. Doch die Arzneimitteltherapie birgt auch Risiken. Nach internationalen Studien sterben in den Industrieländern mehr Menschen an Fehlern bei der Medikamentengabe oder an den Nebenwirkungen von Medikamenten als im Straßenverkehr.
Zu diesen Risiken tragen bei: Verwechslungen, Neben- und Wechselwirkungen von Arzneimitteln, Einnahmefehler oder Fälschungen. Ärzte und Apotheker müssen dafür sorgen, dass die richtigen Medikamente in der richtigen Dosierung verschrieben werden und die Einnahme anderer Medikamente berücksichtigt wird. Patientinnen und Patienten können aber selbst zur Sicherheit ihrer Arzneimitteltherapie beitragen. Im folgenden finden Sie einige Informationen zur sicheren Arzneimitteltherapie.
Sichere Arzneimitteltherapie
Rabattverträge: In der Apotheke werden Patienten häufig damit konfrontiert, dass ein auf dem Rezept verordnetes Medikament gegen ein wirkstoffgleiches, vergleichbares Produkt eines anderen Herstellers ausgetauscht werden soll. Als Grund werden Arzneimittel-Rabattverträge angegeben. Weitere Informationen Medikamentenaustausch durch Rabattverträge finden sie in einer Patienteninformation der UPD.
Fälschungen: Immer wieder berichten Medien über Arzneimittelfälschungen. Obwohl solche Fälschungen in Deutschland nur selten vorkommen, verunsichern diese Meldungen Patientinnen und Patienten. Auch dazu gibt es eine Patienteninformation der UPD.
Tipps für eine sichere Arzneimitteltherapie: Ein neu entwickeltes Merkblatt soll Patientinnen und Patienten dabei unterstützen, Fehler bei der Einnahme von Medikamenten zu vermeiden. Das Merkblatt geht zurück auf einen Workshop zum Thema Sensibilisierung der Patientinnen und Patienten für die Risiken der Arzneimitteltherapie, der am 18. November 2008 im Bundesministerium für Gesundheit als Maßnahme des Aktionsplans Arzneimitteltherapiesicherheit 2008/2009 durchgeführt wurde. Das Merkblatt mit acht wichtigen Regeln wurde von verschiedenen Organisationen entwickelt. Sie können es hier herunterladen: Tipps für eine sichere Arzneimitteltherapie
Die häufigsten Fragen zur Einnahme von Medikamenten: Der Erfolg jeder Arzneimitteltherapie hängt wesentlich von der Mitwirkung der Patientinnen und Patienten ab. Aus diesem Grund hat die Kommunale Gesundheitskonferenz Köln - in der Selbsthilfe- und Patientenorganisationen mitwirken - ein Faltblatt [142 KB] mit den wichtigsten und am häufigsten gestellten Fragen, die im Zusammenhang mit der Einnahme von Medikamenten auftreten, herausgegeben. Die Beantwortung dieser Fragen kann Ihnen helfen, selbständig und eigenverantwortlich mit Ihren Medikamenten umzugehen.
Medikamente und Nahrungsmittel: Zu einer sicheren Arzneimitteltherapie müssen in einigen Fällen auch Wechselwirkungen zwischen Nahrungsmitteln und Medikamenten beachtetet werden. Auch dazu eine Patienteninformation der UPD.
Wirksamkeit und Risiken von Arzneimitteln
Informationen zur Wirksamkeit und zu den Risiken von Arzneimitteln finden Sie auf der Interentseite www.gutepillen-schlechtepillen.de, die von unabhängingen Expertinnen und Experten betrieben wird.
Hier finden sie weiterführende Beratung und Informationen:
Wann immer Sie jedoch Zweifel, Unklarheiten oder noch weitere offene Fragen haben, holen Sie sich bitte fachkundigen Rat ein. Fragen sie zunächst Ihren Arzt oder Apotheker.
Grundlegende Informationen zu Medikamenten, Formen der Verordnung, Zuzahlungen und den Bestandteilen einer Hausapotheke finden Sie in der Broschüre “Medikamente - einfach und verständlich” der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD). Diese Broschüre können Sie nach einer Beratung in einer Beratungsstelle der UPD kostenlos erhalten.
- Beratungsstellen der UPD in NRW
- Arzneimittelberatungsstelle der UPD: Tel.: 0351 / 458 - 5049
- Arzneimittelberatung durch Krankenkassen: Einige Krankenkassen biete eine Arzneimittelberatung an.
- Medikamenten-Datenbank der Stiftung Warentest: Diese kostenpflichtige Datenbank finden Sie im Internet auf den Seiten der Stiftung Warentest. einige Krankenkassen bieten eine kostenlose Nutzung dieser Datenbank an. Die Informationen der Datenbank werden auch in Buchform veröffentlicht und können in den meisten Stadtbibliotheken ausgeliehen werden.
- Beipackzettel verloren oder Schrift zu klein? Der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) hat einen barrierefreies Internetangebot zu Arzneimittelinformationen für erstellt. Die PatientenInfo-Service Website ermöglicht Patienten – ganz gleich ob blind oder sehend – einen barrierefreien Zugriff auf die Packungsbeilagen von Medikamenten.